Städtepartner Meerbusch und Fastiv: Solidarität und Kooperation im Zeichen Europas

Bürgermeister Bommers, Bürgermeister Netyazhuk
Meerbuschs Bürgermeister Christian Bommers (l) und sein ukrainischer Kollege, Bürgermeister Mykhaylo Netyazhuk. Quelle: Stadt Meerbusch

Meerbusch, im August 2025

Mit der offiziellen Begründung ihrer Städtepartnerschaft am 1. Februar 2024 haben Meerbusch und die ukrainische Stadt Fastiv ein starkes Zeichen grenzüberschreitender Solidarität gesetzt. Diese Partnerschaft ist nicht nur eine Reaktion auf den andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, sondern auch Ausdruck eines gleichberechtigten Miteinanders zweier europäisch orientierter Kommunen.

Fastiv, eine Stadt mit rund 46.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, liegt gut 60 Kilometer südwestlich von Kiew und steht wie viele ukrainische Städte unter enormem Druck durch den russischen Krieg. Angesichts der Kriegsumstände fand die feierliche Unterzeichnung der Kooperationsverträge im Rahmen einer digitalen Zeremonie statt – würdevoll, sicher und dennoch emotional eng verbunden.

Die Partnerschaft ist aus gelebter Solidarität gewachsen: Seit Beginn des Kriegs haben rund 600 Menschen aus der Ukraine, darunter viele aus Fastiv, in Meerbusch Schutz gefunden – ein Großteil bei Privatpersonen. Die große Hilfsbereitschaft der Meerbuscherinnen und Meerbuscher wurde in Fastiv nicht nur wahrgenommen, sondern führte im Juli 2022 zur ersten Kontaktaufnahme durch Bürgermeister Mykhailo Netiazhuk. Schon bald folgte ein persönlicher Austausch mit Bürgermeister Christian Bommers, der in eine umfassende, institutionalisierte Partnerschaft mündete.

Heute basiert die Zusammenarbeit nicht nur auf Hilfslieferungen, etwa durch den Verein „Meerbusch hilft“, sondern auch auf kulturellen und zivilgesellschaftlichen Initiativen: Gemeinsame Video-Konzerte der Musikschulen beider Städte, Besuche junger Musikerinnen und Musiker, sowie die Bereitstellung eines städtischen Lkw zur Unterstützung des Wiederaufbaus sind konkrete Ausdrucksformen dieser Partnerschaft. Beide Seiten betonen dabei ausdrücklich: Es geht nicht nur um Hilfeleistung, sondern um einen Austausch auf Augenhöhe.

Fastiv bringt wichtige Perspektiven und Erfahrungen in die Partnerschaft ein – als Stadt im Widerstand gegen die russische Aggression, aber auch als europäische Kommune im Aufbruch. Gerade in dieser Zeit arbeitet Fastiv intensiv mit zivilgesellschaftlichen und kommunalen Partnern in der EU zusammen, um seine demokratische und infrastrukturelle Resilienz zu stärken. Meerbusch wiederum profitiert vom engen Austausch über kommunale Krisenbewältigung, europäische Fördermittelpraxis und den Aufbau von Resilienzstrukturen.

Die Partnerschaft erhält zusätzlich Schwung durch das bürgerschaftliche Engagement: Im Sommer 2025 gründete sich in Meerbusch ein Initiativkreis samt Förderverein zur weiteren Unterstützung und Vertiefung der Beziehungen. Diese neue institutionelle Basis fördert nicht nur konkrete Projekte, sondern macht das gemeinsame Ziel sichtbar: eine zukunftsgerichtete, europäisch eingebettete Städtefreundschaft, die weit über die Zeit des Krieges hinaus Bestand haben soll.

In einer Zeit globaler Krisen beweist die Partnerschaft zwischen Meerbusch und Fastiv, dass Kommunen Brücken bauen und konkrete Beiträge zu Frieden, Demokratie und europäischem Zusammenhalt leisten können.